Zahngesundheit und Schwangerschaft
Sicher haben viele werdende Eltern in jüngster Zeit mit Sorge die Meldungen der Tagespresse gelesen, nach denen Frauen mit unbehandelten Zahnbetterkrankungen ein siebenfach erhöhtes Frühgeburtrisiko haben.
Dies erklärt sich aus Reaktionen des Körpers auf bakterielle Infektionen in der Gebärmutter die z. B. auch von Parodotitis-Bakterien ausgelöst werden können.
Im Idealfall sollte eine Parodontitis-Prophylaxe oder Parodontitis-Therapie allerdings schon vor der Schwangerschaft abgeschlossen werden. Während der Schwangerschaft gehören dann regelmässige Kontrolltermine beim Zahnarzt neben den Kontrollen beim Gynäkologen zur Standardvorsorge.
Frauen mit bestehendem Kinderwunsch können so durch rechtzeitige zahnärztliche Prophylaxe zum Wohlergehen von Mutter und Kind beitragen. Allerdings sind hier auch die Väter gefragt, denn häufig sind beide Partner von Parodontitis-Problemen gleichermassen betroffen.
Diese Vorsorge und ggf. Zahnsanierung hat noch einen doppelten Nutzen: auch Karies ist eine bakterielle Erkrankung! Die Entstehung von Karies steht in direktem Zusammenhang mit der Mundhygiene und in einem sanierten Gebiss ohne Löcher können sich Kariesbakterien nicht so schnell und in so grosser Zahl entwickeln.
Untersuchungen haben gezeigt, dass die „Erstinfektion“ von Säuglingen meist durch die Mutter erfolgt. Die Mutter, als nächste Bezugsperson, „reinfiziert“ ihr Kind z. B. durch Ablecken des Schnuller oder Probieren des Breies täglich auf Neue mit den Kariesbakterien. Nicht die „einmalige Ansteckung“ ist entscheidend, sondern der stetige Kontakt mit Kariesbakterien wenn Mutter oder Vater unter kranken Zähnen leiden.
Für werdende Eltern lohnt sich der rechtzeitige Gang zum Zahnarzt also buchstäblich doppelt!